Entries Tagged as 'Allgemeines'

Nur noch ein Schatten ihrer selbst

18Jun

Was bleibt?

Gebaut aus Träumen und Hoffnungen wurde die warme Stube der Kindheit aus der ich jetzt doch wirklich endlich ausgezogen bin. So richtig. Mein Herz klopft zum Beat von “Not a girl, not yet a woman” bis ich erschöpft umfalle. Kein Kinder-Facebook-Profilbild dieser Welt wird es schaffen mir das Wissen um die Welt und Menschen und die damit einhergehende milde Depression zu nehmen. Nichts beamt mich zurück und schenkt mir Tanzstunden, die ich immer wollte oder schickt mich in den Klavierunterricht, der meine Hirnhälften vibrieren lassen und nachhaltig mein analytisch logisches Denken fördern hätte können.

Hätte, hätte Fahrradkette! Jeden Tag schließt sich eine Tür mehr. Ich werde nicht mehr Ballerina, muss den Müll selber rausbringen und habe schon einige wichtige Chancen verpasst. Lange Zeit konnte ich mir sagen: “Ach die, die ist ja auch schon 30! Klar hat die Karriere gemacht. Ich bin ja noch klein. Das kommt noch.” und Zack boom haut dir die eigene Geburtstagskarte ins Gesicht und du merkst, dass alle möglichen Uhren in dir losticken.

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So sehr ich mich in der Pubertät von meinen Eltern emanzipieren wollte, so sehr wünschte ich jetzt sie könnten einfach vorbeikommen und sagen, was richtig und falsch ist und dann läuft der Laden, wenn ich mich nur daran halte. Was bleibt also von meinem Kindheitscharakter mit seinen Wünschen? Was bleibt von den letzten langen Lieben? Wie viel bin noch ich und wie viel ist nur noch der Schatten, den meine verkrüppelte Idee vom guten Leben im goldene Konsumschein wirft?

Lange Zeit wollte ich wieder 19 sein. Happy 2006! Gerade mit dem Abi fertig und durstig nach allem mit genügend Zeit und Freunden im Gepäck. Die Sehnsucht hat endlich aufgehört. Zukunft braucht Herkunft und deswegen werde ich mich hüten bestimmte Menschen und Momente in meinem Leben jemals zu vergessen, aber heute findet die Party statt.

Heute fühle ich meine Haut auf deiner Haut und rieche den Essig in der Luft meiner Küche. Heute sehe ich die schnelle Stadt und koste ihre Küsse. Ein behutsamer Schulterblick zur Vergangenheit reicht, solange man sich mit einem Lächeln wieder nach vorn dreht. Diese positiven Jetzt-Menschen sollen ja ganz glücklich sein. Ich übe das jetzt mal:

und 1, und 2 und hoch das Bein!

 

 

Die Sache mit den Schultertaschen

12Jun

Über den Inhalt von Frauen-Handtaschen wird schon oft genug geschrieben. Wie schwer die täglichen Begleiter sind und was sie eigentlich alles kaputt machen, wird dabei oft ignoriert. Die Lösung heißt oft Schultertasche, doch da gibt es so ein Problem oder sagen wir besser zwei Probleme: Der im Zweier-Pack auftretende weibliche Vorbau.

Wer eine Schultertasche trägt, hat oft die Intention das Gewicht schwerer Taschen zu verteilen. Diagonal über den Oberkörper gezogen, scheinen sich die Kilos von Fotoapparat, Handy, Getränken, Laptop, Timer, Stiften und Beautygedöns besser zu verteilen.
Je schwerer die Tasche wird, desto unschöner ist jedoch das Bild, das sich unter dem weiblichen Hals abzeichnet. Je nach Beschaffenheit der Oberweite und der Tragevorliebe wird nun entweder das Dekolletee gespalten, von oben zerdrückt oder aber das Schlüsselbein wund gerieben. Da hilft es auch nicht endlich den richtigen BH zu finden, sofern der nicht aus panzerhaftem Material besteht.

Zu allem Übel musste ich mir letztens auch noch von der Seite der Männer anhören wie unschön sie diesen „Tanga für die Brüste“ doch finden würden. Nicht, dass mich das großartig interessieren würde, wenn ich durch das Tragen wenigstens ein paar Jahre später erst meinen Haltungsschaden bekommen würde, aber es überraschte mich, dass es scheinbar auch für die andere Seite nicht ansehnlich ist. Es hätte ja auch sein können, dass irgendein hintergründiger Betonungs-Bondage-Trigger ausgelöst werden würde.

Die Lösung für meine Schulterschmerzen ist und bleibt also weiterhin nur der Rucksack, der zwar in den letzten drei Jahren an Designvielfalt zugenommen hat, mir weiterhin aber suspekt bleibt. Nach dem mein Baggu-Rucksack schon unter der Last zerrissen ist, suche ich nun einen neuen Begleiter, der mir aber auch nicht das Blut von den Armen abklemmt.
Hochwertige Tipps Anyone?

 

Sommer in der Stadt

09Jun

Der Wissenschaftler Roger S. Ulrich erforscht seit langem, welchen positiven Einfluss die Natur auf unser Stressempfinden und somit auch die Gesundheit hat. In dieser Studie kommt er zu dem Ergebnis, dass Menschen schon bei einem fünfminütigen Anblick von ihrer grünen Umwelt Stress abbauen. Er fand auch heraus, dass der Blick aus dem Fenster Krankenhauspatienten bei der Heilung helfen kann.

Schade für uns Stadtmenschen. Aber hey, versuchts doch mal mit ein paar Pflanzen. Ich habe jetzt auch welche (keine Kakteen!) und die sind noch nicht alle tot, obwohl ich Pflanzen sonst immer aus mörderprophylaktischen Gründen abgelehnt habe. Manchmal hat man grünere Daumen als man denkt. Man muss sich nur trauen oder EINFACH MACHEN.

Sammeln, horten, upcyceln

29Mai

Ein bisschen Messi bin ich ja manchmal schon. Zwischendurch bekomme dann zwar immer mal wieder Aufräumanfälle und würde gern minimalistisch nicht mehr als mit Tisch, Buch und Bett in einem Zimmer wohnen, aber das schwankt von Woche zu Woche. Ganz schwierig: Gläser und Flaschen wegwerfen! Aus diesem Grund habe ich nach einer Upcycling-Methode gesucht.

Auf den ersten Blick nehmen wir gar nicht wahr wie entzückend manche Flaschen und Gläser in unserem Alltag sind. Allein die Vielfalt der Olivenöl-Flaschen oder die der Biere und Säfte sowie Rasierwasser ist beeindruckend. Bei mir wird jedes Glas erst einmal ausgespült und je nach Platz aufgehoben. Man kann ja “nochmal was damit machen.” Zum Beispiel eben diese Vasen.

Um wirklich etwas damit zu machen, habe ich euch & mir dieses DIY vom Blog von www.smatch.com herausgesucht. Sechs Steps zum Glück, bei denen ihr folgende Materialien benötigt:

- durchsichtige unterschiedliche gebrauchte Flaschen

- für Glas geeignete wasserfeste Farbe

- weiß zum Mischen

- Einwegspritzen aus Plastik

Step by Step, uh Baby!

Dann geht es auch schon los mit den Schritten wie abgebildet.

1. Farbe mischen bzw. für jede Vase neu anmischen. Entweder komplett unterschiedliche Farbnuancen oder alles abgestimmt in einer Farbfamilie.

2. Mittels Einwegspritze die Farbe aufsaugen und in die Flaschen spritzen

3. Leere Flasche so lange schütteln, bis die Farbe an allen Seitenwänden einmal lang geflossen ist.

4. Flaschen kopfüber ca. 8 Stunden trocknen lassen

5. Ergebnis ansehen und dann eventuell noch einmal einen Färbegang durchführen

6. Blümchen reinstecken und happy sein!

Die Idee und Umsetzung sind super einfach und unkompliziert und trotzdem eine Attraktion für den Augapfel. Jetzt muss man nur noch daran denken das Wasser regelmäßig zu wechseln und schon steht der Blumigkeit eurer Wohnung nichts mehr im Wege.

njushi – Fischloses Sushi

28Mai

“Sushi schmeckt immer so nach Fisch!” wurde mir letztens gesagt und ich entgegnete mit einem verständnis- losen Kopfschütteln. Für alle, die auch schon immer den Meeresgeschmack aus den Röllchen katapultieren wollten, wurde njushi erfunden.

Fingerfood deluxe!

Mit Namen wie “Schmecktakles” und “Grünschnabel” lädt njushi zum Ausprobieren ein. Hierbei handelt es sich um Reisrollen, die zwar aussehen wie Sushi, aber komplett anders schmecken. Von Bolognese, über Schafskäse zu Marzipan finden hier so einige Lebensmittel zwischen der getrockneten Gemüsehüllen Platz, die man niemals im normalen Sushi finden würde. Hier eine kleine Übersicht:

Die Idee hat mir so gut gefallen, dass ich die njushi-Mannschaft gefragt habe, ob ich ihre Köstlichkeiten nicht mit einer ausgewählten Jury testen könnte und habe prompt eine S-Box gemixt (50 Rollen, die größte Box hat 200) bekommen. Für uns drei süsse Geschmacksknopsen absolut sättigend.

Zum njushi gab es außerdem noch Dips in den Geschmacksrichtungen: Parmesan, Chili-Koriander (!), Kräuterquark, Hummus, Sonnentomate, Rucola-Pesto und Gewürz-Orangen. In dem kleinen Heftchen, das wir zur Bestellung dazu bekamen, wurde uns auch gleich empfohlen, welche Rolle zu welchem Dip passt. Schnell waren die Favoriten gefunden:

Steffis Liebling: “Grünschnabel” mit Ziegenfrischkäse und frischen Kräutern.
Maries Liebling: “Mademoiselle Noel” mit frischer Pflaume, Apfel, Marzipan und Cranberries.
Mein Liebling: “Orient” mit Rinderragout, Datteln und frischer Paprika.

njushi_girls zauberhafte-elv.de

Ein bisschen kompliziert ist die Bestellung aber schon. Ihr dürft euch das nicht wie bei einem normalen Lieferservice vorstellen, bei dem ihr bestellt und 30 Min. das Essen auf dem Tisch ist. njushi ist so nju, dass es nur an einem Ort in Deutschland produziert wird und man es deswegen mind. zwei Tage vorher bestellen muss. Bedeutet also für euch: Super Catering und Fingerfood für eine Party oder einen ganz besonderen Abend, aber nicht spontan zum Abendessen.

Gutschein-Code: Ihr steht doch drauf!

Wer jetzt Lust bekommen hat das ganze zu probieren oder demnächst eine Feierlichkeit hat auf der er/sie die Gäste überraschen will, bestellt bis zum 30.06.2013 und gibt den Gutschein-Code: ZAUBERHAFTE-ELV10 ein. Damit gibt es 10% auf die Erstbestellung.

 

>>Wenn ihr euch eine crazy Füllung überlegen könntet, welche wäre das? Kürbis, Hanuta mit Schokochili-Dip?

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Heimweh nach dem Kurfürstendamm?

26Mai

Ich bin noch gerade so (1987) im Osten Berlins geboren. Obwohl ich dachte, ich hätte schon viel über die Wiedervereinigung gewusst, lerne ich gerade wöchentlich noch mehr dazu. Da kommt mir der neue Schwung des “goldenen Westens” gerade recht.

Während ich in Pubertätszeiten öfter am Zoo und Kudamm war, was wirklich eine kleine Reise bedeutete, interessierten mich die westlichen Bezirke in den letzten Jahren sehr wenig. Moderne Bauten, Glasfronten und Massen an Menschen, die nur unterwegs sind, um Geld auszugeben, schreckten mich ab. Das hatte nichts mit irgendwelchen Ost-West Vorurteilen zu tun. Damit habe ich mich nie beschäftigt (Bis ich mir eines Tages von einer Arbeitskollegin (aus Mainz stammend), mit der ich im Prenzlauer Berg arbeitete wahnwitzige Äußerungen zum Thema Osten anhören musste).
Es gab keinen Grund für mich extra an diese berühmte Straße zu fahren, an die nach dem Fall der Mauer unzählige Ostberliner pilgerten, um endlich in die bunten und geschmückten Schaufenster blinzeln zu können. Der Kudamm, DAS Wahrzeichen des westlichen Wohlstands und Kapitalismus war uninteressant für mich.

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Auf einmal höre & lese ich jedoch ständig von der City West. Angefangen hat es mit dem neuen Album von David Bowie (2 Jahre hat er in Berlin gelebt) dessen westberliner Aufenthalte auf einmal an allen Ecken unterstrichen wurden. Erst dachte ich es läge nur an seinem neuen Album. Dann ging es weiter mit der Eröffnung des ersten H&M Ablegers “and other stories” am Kudamm, anstatt wie erst gedacht, in der Neuen Schönhauser Str. und während des Pfingstwochenendes sendete radioeins einen ganzen Tag zum Thema “rasdioeins goes west“: Viele interessante Beiträge zu Kunst, Kultur und Mieten in Westberlin. Zwischendrin musste ich mir spöttische Spots anhören, die das Ende der Hippnes des Ostens heraufbeschwören. Meinetwegen.

Kurz darauf landeten zwei Einladungen an den Kudamm in meinen Mailfächern. Das amerikanischen Labels FOREVER21 und der Spanier Pull&Bear öffnen in der Tauentzienstraße. Achja und Apple ist ja auch schon da. Das altbackene City West Image wird nun also aufpoliert. So ein Aufflammen passiert natürlich nicht einfach so und deswegen recherchierte ich mal ein bisschen.

Es gibt das Regionalmanagement City West, welches beauftragt ist seine Stadtteile mit Fördermitteln strategisch in Szene zu setzen und das Bezirksamt Charlottenburg, das gern auch diese Förderung erfahren will. Da dies scheinbar geklappt hat, wurde ein Planungsbüro für Stadt- und Landschaftsentwicklung beauftragt. Diese haben folgendes Schriftstück verfasst:

Ein Auszug aus dem Konzept: “Aktuell finden Modernisierungen im Einzelhandelsbestand wie z.B. in der ehemaligen Mini City Tauentzienstr. 8, beim KaDeWe oder im vormals von Hugendubel genutzten Gebäude Tauentzienstraße 13 statt. Bei den Entwicklungen in der City West sind auch innovative Konzepte zu finden, so zum Beispiel bei BIKINI Berlin mit einer Ausrichtung auf jüngere und trendorientierte Nutzergruppen. Daneben lassen neue Flagship-Stores, wie z.B. Apple in der ehemaligen Filmbühne Wien, weitere hochwertige Folgenutzer erwarten (…)”

und natürlich wie gerade überall:

“Damit geht häufig eine Umwandlung preisgünstiger Mietwohnungen in Eigentumswohnungen einher.”
Dieser Text wird jetzt keine Berliner Mietpreis-Diskussion. Eher eine kleine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklung und etwas Aufklärung, warum & wie Bezirkstrends entstehen.
Meinungen und externes Wissen sind stets willkommen! Oder habt ihr noch gar nicht vom neuen Westboom mitbekommen?

 

Zeigt her eure Schuh!

21Mai

Vor kurzem hatte ich eine Diskussion darüber, worauf Frauen bei Männern achten. Jetzt einmal rein aus der Stilsicht. Und auch wenn es den Herren verwirrte: Männer wir gucken auf eure Schuhe und Hände. Bitte bringt mich nicht mit Mokassins zum Brechen!


Ich kenne sehr viele unterschiedliche Männer. Einige interessieren sich für die neuesten Trends mehr als ich und andere tragen nur Shirts, die sie einst geschenkt oder von ihrer Arbeit bekommen haben. Einige haben vier unterschiedliche Parfums, andere nutzen höchsten Duschdas 2 in 1, damit bloß nicht zu viel im Bad an Pflegeprodukten rumsteht.

Pflegen und Hegen

Egal, ob es Männern wichtig ist wie sie aussehen oder nicht, sie haben in jedem Fall auch ein Interesse daran irgendwann mal irgendwem zu gefallen. Oftmals wird das Haar besonders gehegt und gepflegt und ist zurecht ein sensibles Thema. Doch wenn die Hände vergessen werden, kann es wirklich gruselig werden. Es braucht nicht unbedingt eine Maniküre, aber von sauberen gepflegten Nägeln und Händen lässt man sich viel lieber berühren, als von dreckumrandeten Minischaufeln.

Falls ihr also denkt es würde ja keiner merken: Doch, tun wir! Ähnlich geht es mir mit Schuhen. Eigentlich beeindruckend, dass so ein Fußkleid bei mir schon viel Sympathie oder Unbehagen auslösen kann. Ganz groß sind alle Modelle von Pointers und man punktet auch mit einem lässigen Paar von Kiomi, da sie schnieke Designs haben und den Fuß schmal erscheinen lassen. Doch das ist nur mein Geschmack.

Die Schuhdiskussion, die ich bisher hörte handelten immer von den Fragen: Gehen Ballerinas oder läuft man wie eine Ente? Sind Stilettos sexy oder nuttig?Ist es okay nur Turnschuhe zu tragen?

Jetzt ging es aber um die Männer und ich muss sagen, auch bei euch gibt es Schuhe, die auf mich einfach unsexy wirken. Ich will euch nicht in Latschen sehen, FlipFlops gehen nur bei manchen Männern und nur bei gepflegten Füßen und ab einem gewissen Abranzlevel hört auch bei jedem Turnschuh mal der Spaß auf.

Die gute Nachricht ist also: Ihr bekommt uns auch mit nur einem Paar Schuhen im Schrank rum.

Die schlechte Nachricht aber ist: Ihr müsst genau wissen mit welchem Paar.

Oder bin ich da die einzige, die das interessiert und die schonmal wegen hässlicher Schuhe eines Mannes schlecht schlafen konnte?


Warum das Barbie Dreamhouse gebaut wurde

20Mai

Brennende Barbies, nackte Brüste und Kindheitserinnerungen durchstreiften meine Gedanken als ich diese Woche gefragt wurde, ob ich in das Barbie Dreamhouse mitkommen möchte. Eine sexismusdebatten-losgelöste Überlegung.

Das Dreamhouse ist eigentlich ein Pop-up Store

Das Barbie Dreamhouse ist eine geniale Marketingidee! Da Produkte immer stärker substituierbar sind und es nicht mehr ausreicht aufzuzählen, was Produkte alles können, nutzen immer mehr Firmen Erlebnismarketing.
Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht seinen Kunden durch eine emotionale Verbindung in Erinnerung zu bleiben. Genau deswegen heißt das Projekt auch The Barbie Dreamhouse EXPERIENCE. Es geht darum diese Welten wirklich zu erleben und Marken erfahrbar zu machen.

“They will forget what you said, but they will never forget how you made them feel.”

Das sagte einst Carl W. Buechner und greift damit den Erlebnisgedanken perfekt auf. Wir werden als „erlebnisorientierte und individualistische Prosumenten“ (Jochen Thinius) behandelt. Das bedeutet Firmen müssen uns individuell und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ansprechen und uns involvieren.
Die Idee des Markenerlebens ist also, dass wir durch das bewusste und unbewusste Nutzen unserer Sinne das mit der Marke erlebte mit unseren eigenen Erinnerungen, Erfahrungen und Assoziationen aufladen und dann abspeichern. So haben Marken und Produkte für jede Person eine eigene Bedeutung.

Was hat das mit Barbie zu tun?


Das Barbie Dreamhouse ist eine nachgebaute Traumwelt. Früher hatte ich das pinke Haus in Miniaturformat in meinem Zimmer. Gartentische zum Ausklappen standen auf angemalten Papprosen. Da ich nicht der Babypuppen-Fan war, habe ich stundenlang mit Barbie, Rasier-mich-Ken, Skipper und Shelly gespielt und erinnere mich gern zurück. Dabei denke ich nicht darüber nach, dass eine fleischgewordene Frau mit ihrer Figur weder stehen, noch laufen könnte. Ich habe nur gute Erinnerungen an Barbie, wie wäre das wohl, wenn ich damals auch noch in ein digitalisiertes Dreamhouse hätte gehen können?

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Es ist in Zukunft vielleicht nicht mehr der Besuch im Tierpark, sondern der Familienausflug oder Kindergeburtstag im Barbiehaus, an den man sich noch ewig erinnert. Das Haus wurde gebaut, um Teil der persönlichen Lebensgeschichte der Kunden zu werden.

Abgesehen davon, dass das Traumhaus zum Anfassen nachgebaut wurde, kann man in ihm auch in Barbies begehbaren Kleiderschrank mittels digitalem Spiegel Kleidung anprobieren oder virtuellen Cupcakes zusammenstellen. Die Macher nutzen neueste Techniken zur Interaktion. Das Haus ist also ein gut ausgetatteter überdimensionaler Pop-up Store, denn in ihm kann man natürlich auch Barbies kaufen.

Getoppt wird das ganze durch Radio-Frequency Identification (RFID). Diese Technik steckt in einem Armband, das man sich noch zusätzlich zum Eintritt (12€ bis 15€) für 5€ Pfand ausleihen kann. Mittels Angaben zum eigenen Namen, Geschlecht und Muttersprache wird das besagte Armband dann ein „ganz persönliches und auf sie maßgeschneidertes Erlebnis“, denn das Armband ermöglicht Interaktionen an den aufgestellten LED-Touchscreens und weiteren Stationen.
Außerdem gibt es noch einen Stylingbereich, einen Catwalk (Extraticket +10€) und eine Popstar Stage (Extraticket +10€). Um neben dem Hören, Sehen und Fühlen Barbie auch noch schmecken und riechen zu können, gibt es das Barbie Café. Das Dreamhouse versorgt alle Sinne. Durch die Ausstattung wirkt das Warenzeichen Barbie modern und zeitgemäß, was sie auch sein muss, um gegen neue digitale Anziehpuppen zu gewinnen.

Wie weit darf man gehen?

Während sich genug Artikel derzeit im Netz mit der Debatte um den Sexismus des Barbie-Frauenbilds beschäftigen, geht es mir eher um die wirtschaftsethischen Fragestellungen:

  • Wie weit darf Erlebnismarketing gehen und wie stark wirkt es im Unterbewusstsein?
  • Wie verwerflich ist es das Unterbewusstsein von (kleinen) Menschen zu beeinflussen und zu lenken?
  • Sind Disneyland und das Lego Discovery Center genauso in Frage zu stellen?

Natürlich kann man die Message und Werte, die eine Marke durch diese Marketingform verbreitet nicht außer Acht lassen. Wenn ihr jedoch gefragt werdet, ob ihr mit ins Barbiehaus gehen wollt und euch die Sexismusdebatte nicht interessiert, dann denkt doch vielleicht darüber nach, ob es euch wert ist fast 20€ dafür zu bezahlen, dass ihr auf eine Marketingveranstaltung von Mattel geht.

Ich guck dir auf die Wolke!

12Mai

Jetzt kommt sie wieder angekrochen die Sonne und erwartet, dass wir so tun als wäre nichts gewesen. Monatelang hat sie uns nicht mal mit ihrem Hintern angeguckt und jetzt sollen wir sie gleich anbeten. Nicht mit mir!

Regenwetter-Romantik

Bevor ihr jetzt wieder vor Glückshormonen ausrastet und euch in die Strahlen der guten Feuerkugel legt, vergesst nicht, dass sie auch eine Spielverderberin ist und zwar mit Bräune lockt, doch mit Verschrumpelung und Hautkrebs um sich wirft.
Um demonstrativ das Regenwetter zu huldigen, das nicht nur oft romantisch (trip trap) ist sondern auch einen nicht unerheblichen Teil am sprießenden Grün um euch herum beiträgt, habe ich mich in dieses Shirt von Silberfischer verguckt (sweatshop-freie Produktion!). Vielleicht hilft es auch den nächsten endlosen Herbst, Winter, Graue-Welt-Anfall zu überleben.

Meine gute Laune ist natürlich auch unfassbar abhängig von den Strahlen aus dem All. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte mir meinen täglichen Hormon-Smoothie mixen, um mich von diesen unberechenbaren Einflüssen zu emanzipieren, aber nee: Pech gehabt.

Genießt das Licht und erwacht aus dem Winterschlaf, aber vergesst den Sonnenschutz nicht, sage ich euch, eure bleiche Möchtegern-Mutti!

Belehrung beendet.

Der Tanz mit der kognitiven Dissonanz

07Mai

Beschnitten.

Ich habe hier schon lange nicht mehr mein Gesicht reingehalten also dachte ich, das wäre mal wieder angebracht. Es hat sich viel geändert auf diesem Blog und kaum einer hat gemeckert, jedenfalls nicht öffentlich. Da ich für die selbstverherrlichende URL nichts kann, gibt es zumindest einen neuen Blogtitel. Mit “einfach machen” habt ihr somit mein Motto für 2013 direkt in eurem Gesicht.

Gehemmt von zu vielen Ängsten und Zweifeln habe ich mein Leben immer brav gelebt und lieber zwei Mal gedacht, als einmal zu wenig und war ein fleissiges Bienchen des Systems. Keine Sorge ich bin jetzt nicht jede Nacht tanzen, schmeiße Drogen und zocke Internetgames. Ein bisschen mehr Leben muss aber schon drin sein. Zumindest hoffe ich das. Der finanzielle Druck ist außerdem stark genug, um mich in meine Schranken zu weisen. Schön-Wetter-Geblogge versuche ich aber zu vermeiden. Ab und an müssen aber Advertorials das ganze hier finanzieren.

Meine Ästhetik hat sich ganz schön gedreht, was ziemlich anstrengend ist. Das eigene Innere wird zutiefst aufgewühlt, wenn man Dinge, die immer wichtig und regenbogenmäßig-toll waren aufeinmal nicht mehr ertragen kann und dann doch wieder irgendwie braucht. Der Tanz mit der kognitiven Dissonanz: Zwei links, eins rechts.

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Vieles erscheint mir so dumm, unnötig und blind. Man fragt sich wie lange die Menschen sich noch verarschen lassen wollen und wie man noch Menschenfreund bleiben soll. Massenhafte Verhaltensweisen in Frage stelle und Stirnfalten riskieren oder entspannt mitmachen und sexy Geld verdienen? Schlechte Frage zur schlechten Zeit für ein Modemädchen, das seit Mai 2009 (Happy Vierjähriges lieber Blog, hier mein erster Eintrag: http://www.zauberhafte-elv.de/angeklopft-hallo/) bloggt.

Ich bin verglichen mit dieser Zeit also etwas beschnitten in meiner Naivität und damit auch in meiner Bewunderungsfähigkeit. Ich bin beschnitten in meinen Themen und in meiner Regelmäßigkeit. Schwer zu sagen, was noch wichtig ist niedergeschrieben zu werden. Outfitposts werden zunehmend schwieriger wie ihr sicher gemerkt habt. Die Texte sind auch irgendwie länger.

Einfach mal machen. Einfach mal Dinge tun, vor denen man eigentlich Schiss hat. Aufhören mit der Verdrängerei. Schlüpper aus und raus aus der Comfortzone. Mal sehen wie weit ich komme. Ich hoffe ihr seid dabei.

PS: Wer verwirrt ist, kann auch einfach nur auf “like” drücken. Das machen alle so.

 

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